51 Sekunden Rückstand bei Sturz zum Tour-Start

Froome wieder zu Fuß unterwegs und früh unter Druck

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Chris Froome (Sky) läuft nach seinem Sturz auf der 1. Tour-Etappe zurück zur Strecke. | Foto: Cor Vos

08.07.2018  |  La Roche-sur-Yon (dpa) - Schon wieder war Chris Froome (Sky) beim bedeutendsten Rennen der Welt etwas untypisch zu Fuß unterwegs. Diesmal zwar nicht am Berg wie auf dem zwölften Teilstück der Tour de France 2016, als der Brite nach einer Kollision mit einem Begleitmotorrad einige Meter den Mont Ventoux hoch rannte. Diesmal musste sich der viermalige Gesamtsieger auf der 1. Etappe den Weg aus einem Straßengraben zurück auf die flache Strecke bahnen.

Knapp fünf Kilometer vor dem Ziel wollte der erst kurz vor Tour-Start vom Dopingverdacht freigesprochene Froome an einer engen Passage und bei hoher Geschwindigkeit an dem Deutschen Rick Zabel (Katusha-Alpecin) vorbei – landete dabei aber stattdessen im Gras abseits der Piste. "Man kann auf dem Aufnahmen des Onboard-Videos gut sehen, Chris versucht nach vorne zu kommen, und ich halte meine Position. Da ist aber nicht viel Platz. Die Straße wird dann noch mal enger durch die Werbeplanen auf der rechten Seite", sagte Zabel der Deutschen Presse-Agentur. "Ich bin froh, dass Chris sich nicht schwerer verletzt hat, aber ich habe mir nichts vorzuwerfen", ergänzte der Anfahrer des Tagesdritten Marcel Kittel.

"Wir waren im vorderen Drittel des Feldes. Es wurde ziemlich chaotisch mit einigen der Sprinter dort, aber das ist Radrennen. Ich bin nur dankbar, dass ich in keiner Weise verletzt bin", hatte Froome den Vorfall geschildert, bei dem er außer einem schmutzigen Trikot und ein paar Schürfwunden an den Knien keine größeren Verletzungen davontrug.

Viel mehr Schmerzen bereiteten ihm die 51 Sekunden Rückstand, die er sich am Ende der Etappe auf seine größten Widersacher Tom Dumoulin, Vincenzo Nibali oder Romain Bardet im Kampf um den Gesamtsieg einhandelte. Dass sich der Australier Richie Porte und der Brite Adam Yates den gleichen, der Kolumbianer Nairo Quintana gar noch 14 Sekunden mehr Rückstand einhandelten, dürfte Froome dabei kaum trösten.

Kann Froome im Teamzeitfahren wieder Boden gutmachen?

Noch nie war der Branchenprimus so früh bei der «Großen Schleife» unter Druck. Der umstrittene Sky-Kapitän, der die Ablehnung der Fans spürt, wollte dem keine große Bedeutung beimessen und meinte: "Bis Paris ist es noch ein weiter Weg". Damit liegt er gewiss nicht falsch - noch mehr als 3000 Kilometer sind es bis zum Showdown auf den Champs Élysées, wo Froome am 29. Juli nach seinem diesjährigen Giro-Erfolg auch seinen fünften Tour-Gesamtsieg feiern möchte.

Doch der Weg dahin - das bewies schon der ersten Abschnitt - wird steinig. Nach der für ihn glimpflich ausgegangen Salbutamol-Affäre schlägt dem 33-Jährigen in Frankreich alles andere als Zuneigung entgegen. Wie bereits bei der Teamvorstellung wurde Froome auch während der 201 Kilometer langen Auftaktetappe auf einigen Plakaten als Betrüger bezeichnet. Als sein Sturz auf den Videoleinwänden im Zielbereich in Fontenay-le-Comte flimmerte, applaudierten und jubelten einige Zuschauer.

Das 35,5 Kilometer lange und technisch anspruchsvolle Teamzeitfahren am Montag in Cholet dürfte Froome und Team Sky zwar in die Karten spielen, doch hier könnte sich Dumoulin als Favorit auf den Gesamtsieg herauskristallisieren. Der Sunweb-Kapitän hält die WM-Zeitfahrtitel im Einzel- und -Mannschafts-Wettbewerb. Froome dagegen hofft auf den Giro-Effekt. Auch in Jerusalem startete er im Mai im ersten Zeitfahren holprig, nachdem er beim Einfahren gestürzt war.

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