Etappe 19: Lourdes – Laruns, 200 km

Furioses Pyrenäenfinale

Von Eric Gutglück

Foto zu dem Text "Furioses Pyrenäenfinale"
Die Streckenkarte der 19. Etappe der Tour de France 2018 | Foto: Cor Vos

05.07.2018  |  (rsn) – Ein letztes Mal rufen die hohen Berge. Der letzte Tag in den Pyrenäen hält nochmals viele Höhenmeter bereit, verteilt auf 200 Kilometern zwischen Lourdes und Laruns. Vor dem morgigen Einzelzeitfahren müssen heute vor allem die Bergspezialisten nochmals alle Kräfte in die Waagschale werfen.

TagesTOUR: Die Etappe beginnt gemächlich mit zwei Viertkategorien zur Cote de Loucrup sowie zur Cote de Capvem-les Bains nach sieben, bzw. 40 gefahrenen Kilometern. Doch dann nimmt der Schwierigkeitsgrad zu: Der Col d’Aspin (1. Kat.) wartet nach 83 Kilometern auf die Fahrer. Insgesamt zwölf Kilometer bei 6,5 Prozent sind die Startrampe für das, was noch folgt. Über La Mongie erklimmt das Feld den Col du Tourmalet (HC), der mit seinen 17,1 Kilometern Länge und 7,3 Prozent Steigung den Fahrern alles abverlangen wird. Über eine längere Abfahrt geht es ins Finale: Zunächst wartet 40 Kilometer vor Schluss der Gipfel des Col de Bordères (2. Kat.), von wo aus die Straße über den Col du Solour weiter zum Col d’Aubisque (HC) ansteigt. Die letzten 20 Kilometer fallen ab, ehe das Ziel in Laruns erreicht ist.

KulTOUR: Laruns liegt direkt an der spanischen Landesgrenze in den Pyrenäen. Kulinarisch ist in dieser Region das Cassoulet beheimatet. Mindestens vier Stunden dauert die Zubereitung eines echten Toulouser Cassoulets. Bohnen aus Tarbes oder Coco du Lauragais sind die wichtigste Zutaten. Die kleinen weißen Bohnen garen mit eingelegtem Gänsefleisch, Schweinshaxe und den Toulouser Bratwürstchen, außerdem mit Kräutern, Knoblauch und Muskatnuss. Das Ganze muss langsam köcheln, bevor es mehrmals im Ofen nachgegart wird.

HisTOURie: Der heutige Zielort Laruns kam bereits einmal zu Tour-Ehren. 1985 startete die 18. Etappe in der 1200-Seelen-Gemeinde am Fuße der Pyrenäen. Den Tagesabschnitt nach Pau gewann Regis Simon, während Bernhard Hinault sein Gelbes Trikot verteidigte und drei Tage später seinen fünften Gesamtsieg bei seiner Heimatschleife feierte.

rsn-TOURakel: Die letzte Bergetappe bietet alle Zutaten für einen verrückten Tag. Erneut wird sich eine große Gruppe absetzen, aus der aller Voraussicht nach der Tagessieger kommen wird. Dahinter werden sich die Klassementfahrer ein letztes Mal Mann gegen Mann duellieren, ehe im morgigen Zeitfahren das Podium für Paris endgültig festgelegt wird. Auch im Bergklassement wird es nochmals spannend, bietet die Etappe einem mutigen Ausreißer viele Punkte im Kampf um das Gepunktete Trikot. Dessen Träger muss "nur noch“ Paris erreichen – Bergwertungen warten auf den letzten beiden Etappen keine mehr.

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