Serie: Die Tipps der Redaktion (4)

Der beste Jungprofi der Tour de France 2018

Von Peter Maurer

Foto zu dem Text "Der beste Jungprofi der Tour de France 2018"
Pierre Latour, der Top-Favorit der Redaktion auf das Weiße Trikot der Tour de France | Foto: Cor Vos

04.07.2018  |  (rsn) – Das Kribbeln ist schon da. Schließlich steht mit der 105. Tour de France das Saisonhighlight schlechthin auf dem Programm. Nur noch wenige Tage trennen die Radsportwelt vom Grand Départ in der Vendée. Drei Wochen lang berichtet radsport-news.com mit Liveticker, Ergebnisberichten, Hintergrundinformationen und einem Podcast von der Frankreich-Rundfahrt.

Als kleinen Vorgeschmack präsentieren die Mitglieder der Redaktion ihre Tipps für den Gesamtsieg, die weiteren Wertungstrikots und die Mannschaftswertung. Außerdem verraten wir, auf welche Etappe wir uns besonders freuen. Im vierten Teil behandeln wir die Frage nach dem Gewinner des Weißen Trikots.

PIERRE LATOUR

Ich sage einen engen Zweikampf zwischen Egan Bernal und Pierre Latour voraus. Da der Kolumbianer aber erst erschreckend junge 21 Jahre alt ist und die Nachwuchswertung in den kommenden Jahren womöglich sogar noch mehr als einmal gewinnt, wäre für mich der Franzose von AG2R-La Mondiale ein angemessenerer Sieger. Beim Critérium du Dauphiné sicherte sich Latour bereits die Nachwuchswertung, und das trotz unermüdlicher Helferdienste für Kapitän Romain Bardet. Bei der Tour wird Latour das ebenfalls gelingen.
(Daniel Brickwedde)

Das Rennen um Weiß wird ein Wettstreit der Adjutanten. Diesen wird Latour für sich entscheiden, da er der Einzige aus meinem Kandidatenkreis ist, der die Tour schon einmal absolviert hat. Diese Erfahrung wird ihm helfen, die gesamten drei Wochen seine Leistung abzurufen. Als Edelhelfer von Romain Bardet muss er das auch tun, während Egan Bernal bei Sky auch Ruhetage bekommen wird. Seine Konkurrenz hat Latour schon bei der Dauphiné geschlagen. Zudem lieferte er schon bei den wichtigen Rundfahrten im Frühjahr gute Ergebnisse. Latour ist insgesamt der Reifste der Kandidaten für das Weiße Trikot.
(Felix Schönbach)

Latour gilt als eines der größten Talente im französischen Radsport, konnte den Erwartungen bisher allerdings nur bedingt gerecht werden. 2018 dürfte sein bisher stärkstes Jahr sein. Platz drei und das weiße Trikot bei der Katalonien-Rundfahrt, Platz acht bei der Tour de Romandie und Platz sieben und das Weiße Trikot bei der Dauphiné sprechen für eine gute Form. Zudem hat er erst kürzlich seinen Titel als Französischer Meister im Zeitfahren verteidigt. Nach Platz 29 bei seinem Tour-Debüt 2017 traue ich dem 24-jährigen einen deutlichen Sprung nach vorn zu.
(Lukas Kruse)

EGAN BERNAL

Der Kolumbianer wird der beste Berghelfer für Chris Froome sein und seinen Kapitän möglicherweise, sogar ähnlich wie Mikel Landa im vergangenen Jahr, hier und da in Bedrängnis bringen. Bernal ist reif für die Top Ten, so viel steht fest.
(Guido Scholl)

Der Tour-Debütant wird nicht nur effektivster Helfer von Chris Froome sein, sondern auch das Weiße Trikot des besten Jungprofis gewinnen. Seine herausragenden Fähigkeiten bewies der 21-jährige Kolumbianer nicht nur zum Saisonbeginn in der Heimat, sondern auch in Europa als Zweiter der Tour de Romandie und den USA als überlegener Gesamtsieger der Kalifornien-Rundfahrt. Zudem muss der Kolumbianische Zeitfahrmeister auch den Kampf gegen die Uhr nicht fürchten, weder im Kollektiv auf der 3. Etappe, noch individuell auf dem vorletzten Tagesabschnitt.
(Matthias Seng)

MARC SOLER

Im Kampf um das Weiße Trikot spielt für mich der junge Spanier von Movistar die Hauptrolle. Als Begründung dienen die hervorragenden Platzierungen unter den besten Zehn der Gesamtwertung des 24-Jährigen in den meist bergigen Rundfahrten der letzten Monate. Und nicht zu vergessen: Soler gewann im Frühjahr Paris - Nizza.
(Joachim Logisch)

ANTWAN TOLHOEK

Den Fahrer von LottoNL-Jumbo sehe ich in der Pole Position im Kampf um das Trikot des besten Jungprofis. Der 24-jährige Niederländer überzeugte 2018 bereits bei der Kalifornien-Rundfahrt als Etappenvierter an der Gibraltar Road und als Gesamtelfter des Critérium du Dauphiné. Bei der Vuelta 2017 fuhr Tolhoek bei seinem Grand-Tour-Debüt auf Rang 28 im Gesamtklassement. Zwar wird er sich vornehmlich in den Dienst seines Kapitäns Primoz Roglic stellen müssen, doch Tolhoek ist mit seinen Kletterfähigkeiten im Hochgebirge durchaus zuzutrauen, dass er neben seiner Rolle als Edeldomestik um das Weiße Trikot kämpfen wird.
(Eric Gutglück)

GUILLAUME MARTIN

Der Franzose hat bei Wanty-Groupe Gobert freie Fahrt, zeigte im Vorjahr bei seinem Debüt mit Rang 23 sein Potential. Dass die Form stimmt, beweist Rang zwölf beim Criterium du Dauphiné. Bis zur Tour macht der 25-Jährige nochmals einen Schritt nach vorn und muss sich im Gegensatz zu seinen Rivalen in dieser Sonderwertung nicht für um den Gesamtsieg kämpfende Kapitäne aufopfern.
(Christoph Adamietz)

GREGOR MÜHLBERGER

Wer das Hinterrad von Nairo Quintana bei der Tour de Suisse nach einer langen Flucht halten kann, der wird auch bei der Tour de France gut mithalten. Die Form beim jungen Österreicher passt und im Gegensatz zu seinen Hauptkonkurrenten dürfte Mühlberger wohl den geringsten Arbeitsaufwand für seinen Kapitän haben. Natürlich hängt sein Ergebnis auch von der Leistung seines Kapitäns Rafal Majka ab. Vielleicht wechseln die Rollen ja sogar schon in den Alpen?
(Peter Maurer)

TIESJ BENOOT

In diesem Jahr stehen enorm viele große Talente fürs Klassement bei der Tour am Start. Antwan Tolhoek hat Eric Gutglück schon getippt, Pierre Latour gleich drei Kollegen. Marc Soler hat zu viele Kapitäne vor sich, David Gaudu hingegen ist noch arg jung. Ich setze auf Erfahrung und damit den Belgier Tiesj Benoot von Lotto Soudal. 2017 war er bereits 20. im Gesamtklassement der Tour und er hat als einer der wenigen Jungprofis keinen Kapitän vor sich. Tiesj macht’s.
(Felix Mattis)

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