Perfekter Saisonstart bei Mallorca Challenge

Degenkolb: “Meine Priorität liegt auf den Klassikern“

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Hat nach perfektem Saisonstart gut lachen: John Degenkolb (Trek-Segafredo) | Foto: Cor Vos

29.01.2018  |  Palma/Mallorca (dpa) - Einen besseren Start in das Arbeitsjahr 2018 hätte sich John Degenkolb nicht vorstellen können. Mit zwei Siegen bei der Mallorca Challenge im Gepäck trat der Kapitän des Trek-Segafredo-Teams zufrieden den Rückflug von der Baleareninsel an. Das erste und das letzte Rennen der viertägigen Serie konnte der 29-Jährige im Sprint für sich entscheiden.

“Besser kann man nicht in die Saison starten, es lief überraschend gut“, sagte Degenkolb der Deutschen Presse-Agentur im Teamhotel direkt an der Playa de Palma. “Die Jungs haben einen tollen Job gemacht. Wir alle hatten ein Ziel und haben geliefert“, lobte Sportdirektor Steven de Jongh die von Degenkolb perfekt vollendete Teamarbeit. Damit stehen für den Sprint- und Klassikerspezialisten bereits jetzt doppelt so viele Siege zu Buche wie in der kompletten letzten Saison. “Das Jahr hat natürlich nicht dem entsprochen, was ich mir vorgestellt habe“, fügte Degenkolb an.

Im Spätsommer 2017 hatte er eine Bronchitis, die ihn zum Ausstieg bei der Spanien-Rundfahrt zwang, nicht komplett auskuriert. Dazu fing Degenkolb sich kurz vor den Straßen-Weltmeisterschaften im norwegischen Bergen noch eine Lungenentzündung ein. Folge war das WM-Aus für den als Kapitän vorgesehenen Degenkolb. Dabei war ihm der Kurs wie auf den Leib geschneidert. "Das war natürlich überragend Scheiße und absolut frustrierend“, bekannte er.

Bereits im Jahr 2016 war Degenkolb er nach seinem schweren Trainingsunfall im Januar der Konkurrenz hinterhergefahren. An die Form von 2015, als er im Frühjahr die beiden Monumente Mailand-Sanremo und Paris-Roubaix gewann, kam er seitdem nicht mehr heran. Das soll in diesem Jahr anders werden. "Ich habe diesen Winter extrem viel trainiert und mich darauf fokussiert, mit einer besseren und stabileren Basis ins neue Jahr zu gehen. Das ist mir bis jetzt ganz gut gelungen“, befand er.

Auch auf seinen ersten Etappensieg bei der Tour de France wartet Degenkolb noch. Die letzten Jahre stand er bei den Sprintankünften der Frankreich-Rundfahrt im Schatten seiner Landsleute Marcel Kittel (Katusha-Alpecin) und André Greipel (Lotto Soudal). Verrückt macht sich Degenkolb, der seinen nächsten Renneinsatz bei der Dubai Tour hat, deshalb nicht. "Ich bin da ganz entspannt und habe es noch nie verbissen gesehen. Ich habe absolut das Potenzial, eine Tour-Etappe zu gewinnen", betonte er.

Die große Chance auf einen Tageserfolg bei der Großen Schleife könnte sich in diesem Jahr am 15. Juli bieten, wenn die 9. Etappe nach 154 Kilometern in Roubaix endet - nachdem sie über 15 Sektoren der gefürchteten Kopfsteinpflaster geführt hat. "Es wird sicher ein spezieller und super nervöser Tag einer außergewöhnlichen Etappe, auf die ich mich gezielt vorbereiten werde", kündigte Degenkolb an.

Alles unterordnen wird er diesem Vorhaben jedoch nicht. "Meine Priorität liegt auf den Klassikern. Wenn ich wählen könnte zwischen einem Sieg bei einem Monument oder einer Tour-Etappe, würde ich ganz klar den Sieg beim Monument nehmen. Das sind die Rennen, die für mich zählen und die emotional einen größeren Wert haben“, betonte Degenkolb. Zumindest ein perfekter Einstieg in die neue Saison ist ihm schon gelungen.

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