Unternehmen entdecken Deutschlands Profiradsport

Im Sprint ins neue Radsport-Wirtschaftswunderland? / Teil 2

Von Udo Seiwert-Fauti

Foto zu dem Text "Im Sprint ins neue Radsport-Wirtschaftswunderland? / Teil 2"
BBC-Korrespondent Udo Seiwert-Fauti | Foto: RSN

29.06.2017  |  (rsn) - Deutschland ist dabei, (wieder) ein Radsportland zu werden. Die aktuelle Profigeneration scheint die Erfolgsstory der letzten Jahre fortzusetzen und "provoziert“ internationales Interesse für das Land des Fußball-Weltmeisters. Ob die A.S.O., Discovery Channel, RupertMurdoch oder die chinesische Wanda-Gruppe - alle wollen auf dem (Radsport)-Markt Deutschland Fuß fassen.

Teil 2 der Analyse des BBC-Korrespondenten Udo Seiwert-Fauti

Die Schlagzeilen der letzten Monate sprechen eine deutliche Sprache:

1. Die in Paris ansässige Amaury Sports Organisation (A.S.O.) kauft 2017 Rund um den Finanzplatz Eschborn –Frankfurt, will mit Hilfe eines US- Sportunternehmens die Deutschland Tour neu beleben und richtet 2017 die Tour de France mit Start in Düsseldorf aus.

2. Der USA Konzern Discovery Channel kauft 2015 das in Paris beheimatete Medieunternehmen Eurosport auf. Es überträgt in Deutschland 2017 alle Touretappen.

3. Der in London beheimatete Medienkonzern Sky TV kauft 2017 die Champions League Fußballrechte für Deutschland auf. Er sponsert Team Sky.

4. Der chinesische Konzern Dalian Wanda kauft 2017 über seine US- Tochter World Triathlon Corporation die Hamburg Cyclassics und den Velothon in Berlin.

Wake up Germany

Während deutsche Medien auch den internationalen Profi- Radsport in Deutschland nach wie vor wie eine heiße Dopingkartoffel behandeln, sind nicht zuletzt Franzosen, Amerikaner und Chinesen in Deutschland aktiv geworden. Sie investieren aktuell Millionensummen ausgerechnet in den immer noch ungeliebten deutschen Profi-Radsport. Den Startschuss gab im letzten Jahr die französische Amaury Sports Organisation, kurz und korrekt: A.S.O. SA.

Zur Überraschung vieler vergab sie den Tourstart 2017 nach Düsseldorf und nicht – wie manche hofften – in frankreichnahe Saarbrücken. Aus Wirtschaftssicht ist dies eine logische Startvergabe. Düsseldorf ist eine Stadt des Geldes und der Finanzen. Die Düsseldorfer Königsallee, "Kö“ genannt, gilt als attraktive Luxus-Einkaufsstraße in Europa. Frankreich, Luxus, Geld und Düsseldorf – es passt irgendwie.

Als dann noch der Düsseldorfer OB bei der Tour-Vorstellung 2017 vor Tausenden geladenen Gäste in Paris im besten Französisch die Stadt vorstellte und Frankreich in höchsten Tönen lobte und pries, fühlten sich die Tour-Organisatoren bestätigt. Die Tour de France ist das Juwel des französischen Sport-Konzerns Amaury Sports Organisation SA mit Sitz in Issy-Les Moulineaux bei Paris. Die Vergabe des Tourstarts nach Düsseldorf war der wirtschaftliche Startschuss zu einer Deutschlandinitiative, die offensichtlich auch vom französischen Staat unterstützt wird.

Auftritt in der Französischen Botschaft in Berlin

Als sich im Januar 2015 erstmals das deutsche Team Giant- Alpecin der Medienwelt vorstellte, geschah das in der …Französischen Botschaft in Berlin. Zufällig mit dabei: die gesamte Führungsspitze der Tour de France. Dort sorgte das Team um John Degenkolb auch bald für Furore. Das zudem Marcel Kittel und André Greipel auf den Pariser Champs-Élysées die Schlussetappen der Tour von 2013 bis 2016 viermal in Folge gewannen, zeigte allen, dass Deutschlands Radsport wieder Weltspitze ist - und hat die Marketingstrategen der A.S.O. SA überzeugt.

Deutschland ist als Investitionsland entdeckt und auserkoren worden. Sagen wir es unumwunden: Bei der Tour de France und damit der A.S.O.SA geht es mit dem Spitzensport um Geld, um wirklich viel, oder noch genauer: um viel, viel Geld. Die Tour de France gehört zur französischen Sport- Aktiengesellschaft "Amaury Sports Organisation SA“, die 2015 (letzte vorliegende Zahlen) einen Umsatz von mehr als 208 Millionen Euro verzeichnete. Der Reingewinn betrug mehr als 47 Millionen Euro. In einem Jahr erwirtschaftete das Unternehmen ein Gewinnplus von mehr als 15 Mio. Euro! Die 278 Mitarbeiter im Pariser Vorort Issy-les Moulineaux organisieren neben der Tour de France alle wichtigen europäischen Profiradrennen, die Rallye Paris –Dakar, Profiradrennen in Afrika, den USA und Katar oder die französischen Golfmeisterschaften. An 270 Tagen im Jahr findet in derzeit rund 20 Ländern eine der insgesamt 70 A.S.O. - Sportveranstaltungen statt, die alle intensiv und mediengerecht vermarktet werden.

Sportmacht A.S.O.

Die A.S.O. ist nach franz. Aktienrecht eine "S A“ (Société Anonyme), also eine mehr oder weniger anonyme Aktiengesellschaft. Dieser Status soll verhindern, dass die Öffentlichkeit wenig bis nichts erfährt, wer hinter dem Unternehmen steht und an ihm beteiligt ist. Bei der A.S O. SA ist das kein Geheimnis: Es ist der franz. Medienkonzern Éditions Philippe Amaury. Er wird im Moment von der Mutter des A.S.O.- Chefs Jean – Ètienne Amaury geführt, dem Enkel des Konzerngründers Philippe Amaury.

Der zweitgrößte Medienkonzern Frankreichs verfügt über alles, was sich eine A.S.O. SA, eine Tour, eine Rallye und zukünftig auch deutsche Radprofirennen nur wünschen können. Sein Medienbesitz umfasst die größte französische Sportzeitung L'Équipe, den Sport-TV-Kanal Équipe 21, das Radsportmagazin Vélo, die Fußballzeitung France Football sowie die Tageszeitungen "Le Parisien“ (für Paris) und "Aujourd'hui en France“. Ohne Wenn und Aber gilt: Hinter den deutschen Radveranstaltungs- Neuerwerbungen der A.S.O. SA steht eine volle Medienpower aus Frankreich, mit besten Beziehungen zur französischen Regierung!

Was in Deutschland aus Richtung Amaury und Paris noch alles passieren könnte, zeigt eine A.S.O. Tochter auf. 2008 stieg die A.S.O. SA voll ins Sportmarketing ein und übernahm die Mehrheit des US- Sportmarketingunternehmens Helios. Dieses war unter anderem zuständig für die Bewerbung Russlands um die Fußball-WM und die russische Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2018. Auch bei der Vergabe der Fußball-WM nach Brasilien und bei den Olympischen Spielen 2016 war die A.S.O-Tochter Helios intensiv beteiligt. 2017 investiert die A.S.O SA nun also auch in Deutschland, das bislang in den französichen Planungen kaum eine Rolle spielte.

Expansion nach Frankfurt

Das 1. Mai- Rennen rund um Frankfurt und bald die Deutschland- Tour werden zeigen, wie die A.S.O. einsteigen wird. Verläuft der Tourstart in Düsseldorf erfolgreich, wird Deutschland ein intensives Investmentfeld. Wie in Paris unternehmensstrategisch gedacht und geplant wird, zeigt der Kauf des Frankfurter Rennens, früher: Rund um den Henninger Turm, deutlich auf. Es gab eine regionale Veranstalterfamilie aus Frankfurt, die das Rennen mit Herzblut über Generationen organisierte und viel Geld hineinsteckte, es europaweit mit viel persönlichem Engagement und gegen viele Widerstände bekanntmachte. Es gab und gibt auch den Hessischen Rundfunk in Frankfurt, der mit seinen hessen-3 TV - und Radio -Liveübertragungen gerade in umstrittenen Radsportzeiten dem Frankfurter Veranstalter bei der Stange blieb.

Das alles haben die A.S.O.-Chefs lange beobachtet, das hat sie überzeugt. Man kennt sich schließlich auch schon länger, von Jürgen Emig bis Florian Nass (hr TV Moderatoren) sozusagen. Wer über Jahrzehnte hinweg medienmäßig in und während Le Tour de France präsent und aktiv ist und diese über die und mit den ARD Livesendungen unterstützt, kann auf Unterstützung aus Frankreich hoffen und bekommt diese auch.

Ob sich das allerdings beim hr und auch in der ARD schon herumgesprochen hat, ist derzeit noch nicht ganz sicher. Für 2017 und 2018 hält man in der ARD an der Strategie fest, nur die letzte Stunde der Touretappen live zu übertragen. Dann muss der TV-Vertrag zwischen ARD und A.S.O. SA neu verhandelt werden. Die Reaktion auf diese Tour-Taktik der ARD liegt bereits vor.

Das ebenfalls in Paris angesiedelte Unternehmen Eurosport (im Juli 2015 vom US-Medienunternehmen Discovery Channel aufgekauft) verkündete am 15.6.2017 diese Absicht: "Eurosport hat seinen bestehenden Vertrag für die nächsten drei Auflagen der Tour de France erweitert und bietet den Fans erstmals die Möglichkeit, jede einzelne Minute des berühmtesten Radrennens der Welt live zu sehenDie erweiterte Vereinbarung mit der European Broadcasting Union und Amaury Sport Organisation beinhaltet bis zu 25 Stunden mehr Live-Übertragung von der Tour de France pro Jahr.“

Der Kampf um die Rechte an der Tour-Übertragung

Der Kampf um die zukünftigen Tour-Rechte in Deutschland ist also eröffnet. Privat gegen Öffentlich-rechtlich. "2017 war bereits ein Rekordjahr für Eurosport mit über 200 Tagen Live-Radsport und 2300 Sendestunden auf unseren TV Sendern. Jetzt können wir jeden Moment des wichtigsten Radrennens der Welt anbieten. Als Radsportfan ist Eurosport tatsächlich 'The Home of Cycling' und bleibt der beste Sender, um den Sport sehen zu können", stellt Peter Hutton, der Eurosport-Vorstandsvorsitzende fest. Sein Unternehmens - Hauptquartier liegt zufällig auch im Pariser Vorort Issy-les-Moulineaux. On y soit qui mal y pense (ein Schelm, der Böses dabei denkt!)

Aus Paris und der Münchner Deutschland-Zentrale dürfte bald noch mehr Aktivität im deutschen Markt zu erwarten sein. Eurosport ist durch den amerikanischen Mutterkonzern 2017 zu einer sehr ernstzunehmenden Mediengröße – nicht nur – in Deutschland geworden. 2015 hat Discovery Channel für nahezu ganz Europa die TV-Rechte der Olympischen Spiele ab 2018 aufgekauft. Ab 2022 – nach Auslaufen des britischen BBC Vertrages - kommen die Rechte für das UK und Frankreich noch dazu. Rund 1,3 Milliarden Euro hat Discovery für diese Rechte auf den Tisch der Olympioniken gelegt.

Damit wird Eurosport, bis zum Einstieg von Discovery zu 49 Prozent im Besitz des französischen Privat-TV-Senders TF 1, zu einer wichtigen europäischen Übertragungsgröße. Auch wenn die A.S.O. SA soeben der franz. Sendergruppe France 2 (öffentlich-rechtlich) die Tour de France die Frankreich-Übertragungshoheit bis 2022 erneut übertragen hat (inklusive seiner Sender France 3, France 4, France 5 und seiner Beteiligungen unter anderem am deutsch-französischen Sender ARTE in Strasbourg), ausgeschlossen ist nicht, dass in Zukunft europa- und weltweit der Pariser Tour de France und A.S.O. -Nachbar Interesse an diesen Rechten bekommen könnte. Das wiederum hängt auch davon ab, inwieweit der neue französische Präsident Emanuel Macron Einfluss auf "seine“ Medien nehmen wird. Die Group France 2 ist fest in französischer Staatshand.

Murdoch wartet noch ab

Vor diesem Hintergrund spielt plötzlich und ein bisschen unerwartet auch London eine wichtige Radsportrolle. Seit die britische Sendergruppe Sky mit ihrem Chef James Murdoch am 28.2.2009 verkündete, man werde mit dem "Sky“ - Team im internationalen Radsport aktiv und dafür ein Anfangssponsoring von 1 Mio. Dollar aufbringen, ist das Team Sky zum Ärger der restlichen TV Sender zu einer festen Größe im Sport auf den Bildschirmen geworden. Der weiße Schriftzug Sky auf den schwarzen Trikots der Radprofis ist ständig im (Rad)Sport TV präsent. Viermal gewann bislang ein Fahrer des Sky-Teams die Tour de France.

Bis 2013 hatte Sky TV rund 30 Millionen Pfund in das Team investiert. Für das Unternehmen war und IST dies als weltweit aktiver Sender ein Rieseerfolg. Nach internen Sky-Unterlagen hat das Team bislang einen Werbe-Gegenwert von mehr als 600 Millionen Euro weltweit erbracht. 2013 läutete das Logo des US- amerikanischen Sky Mutterkonzerns "21st Century Fox“ (TV, Filmstudios) auf den schwarzen Jerseys die nächste Sky-Unternehmensoffensive ein. Der US-Mutterkonzern ist komplett im Besitz des amerikanisch-australischen Medienunternehmers Rupert Murdoch, der alleine in London neben der Sendergruppe Sky plc und damit Sky News und Sky Sport die Zeitungen THE SUN, die TIMES und den große und erfolgreiche Buchverlag Harper Collins besitzt. Jetzt sollen endlich Deutschland und erneut das UK folgen.

Während Vater Rupert derzeit noch im sehr intensiven und tumultartigen Beschimpfungsclinch mit der britischen TV-Aufsicht und der britischen Regierung liegt, hat James Murdoch Deutschland ins Visier genommen. Rupert Murdoch will die Londoner Sendergruppe Sky plc (inklusive Sky TV) komplett für lockere 11,7 Milliarden Pfund übernehmen. Im Moment hat er rund 35 Prozent Aktienanteil. James Murdoch hingegen hat soeben die deutschen TV-Rechte an der Fußball-Champions-League aufgekauft und das ZDF aus dem Rennen geschlagen. Die Mainzer stiegen bei 70 Millionen Euro aus. CL-Fußball findet in Zukunft nur noch im PayTV Sender Sky Sports statt. Money? who cares….

Im Moment herrscht bei Rupert und James noch eine irgendwie trügerische Radsportruhe, was Deutschland angeht. Doch wenn die A.S.O. mit einer französischen Medien-Konzernmutter, Eurosport mit einer US – Medien-Mutterfirma und die Chinesen mit ebenfalls Medienbezügen in den deutschen Radsportmarkt eintreten, kann und werden James und Rupert Murdoch, frisch verheiratet mit Model Jerry Hall, Ex-Frau von Mick Jagger, nicht länger ruhig bleiben. Team Sky ist ein zu gutes Geschäftsmodell, um es nicht auch noch massiv in Deutschland einzusetzen. James und Rupert warten im Moment wirklich noch ab.

Was bringt der Brexit?

Der zwischen dem UK und der EU auszuhandelnde Brexit birgt für ein im UK angesiedeltes Medienunternehmen wie Sky plc sehr hohe Risiken. Es ist nicht absehbar, wie sich der europäische TV- und Sportvermarktungsmarkt nach einem Brexit der Briten wandeln und entwickeln wird. Was das für Investitionen aus einem zukünftigen Nicht-EU Land in die EU bedeuten wird, ist nach wie vor unklar. Elf Millionen Sky-Abonnenten alleine im UK sind aber auch nicht gerade schlecht fürs Überleben, auch ohne derzeit nicht allzu viel Deutschland.

In den „Kampf“ um Deutschlands Radsport haben mittlerweile auch die Chinesen eingegriffen. „Made in Germany“ hat im großen Reich der Mitte einen herausragenden Klang. Ausgerechnet ein Bau- und Immobilienunternehmen, das sich in den letzten Jahren zu einem Global Player in der Medien- und Sportwelt entwickelt hat, wird nun auch in Deutschlands Radsport aktiv: Dahlian Wanda, besser bekannt als Wanda Group. Das Unternehmen aus dem chinesischen Peking verzeichnete zuletzt einen Gewinn von 255 Mrd. Yuang (33,4 Mrd. Euro) und hat Besitztümer im Wert von 796 Mrd. Yuang (104 Mrd. Euro).

Seit 2015 investierten die Chinesen im UK (Yachten, die in den James Bond Filmen), in Australien (Theater, Kinoketten), in den USA (Hochhäuser, Sony Pictures) und jetzt auch in Paris und in Deutschland. In Paris soll für 3,3 Mrd. Dollar nahe dem Charles de Gaulle Airport ein Riesen-Einkaufszentrum inklusive Vergnügungspark entstehen.

Einkaufstour von Wanda

Seit 2015 sind die Chinesen auch im europäischen Sport unterwegs. Im Januar 2015 kauften sie für 44 Millionen Euro einen 20-prozentigen Aktienanteil des spanischen Fußballclubs Atletico Madrid auf. Keinen Monat später ging es gleich um Milliarden. Für 1,2 Milliarden Dollar wurde der Schweizer Sportrechtevermarkter InFront Sports & Media in Zug chinesisch, im August 2015 bezahlten sie 650 Millionen Dollar für das US-Unternehmen World Triathlon Corporation WTC, das sich mit weltweiten Triathlon-Rechten und Vermarktung bestens auskennt. Am 9.Detzember 2016 verkündete schließlich Atletico Madrid, dass sein neues Stadion in Zukunft Wanda Metropolitano heißen soll.

Die Investitionen in das Welttour-Rennen „Hamburg Cyclassics“ und das Berliner „Velothon“ Radrennen passen da bestens für die Zukunft. Beide übernahmen die Chinesen über ihre Tochter Ironman vom französischen Medienkonzern Lagardère, der beide Rennen acht Jahre besessen und veranstaltet hatte.

Die Wanda Tochter Ironman mit Sitz in Tampa /USA ist wiederum unter anderem für den Hawaii Ironman zuständig. Dass der Berlin Marathon über eine strategische Partnerschaft mit den US-amerikanischen Abbott World Marathon Majors ebenfalls von Wanda unterstützt wird, passt ins Bild der Deutschlandstrategie. Die sorgte jetzt dafür, dass nun endlich für beide deutsche Rennen Anfang 2017 ein so genannter Titelsponsor gefunden werden konnte.

Das deutsche Euro Eyes ist nach eigenen Angaben „ein Verbund konzessionierter Augenkliniken, spezialisiert auf die Korrektur von Fehlsichtigkeit (Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung und Alterssichtigkeit). Mit Augen-Laser-Zentren im gesamten Bundesgebiet sowie in Dänemark (Kopenhagen, Aarhus) und einem Augen-Laser-Zentrum in China (Shanghai) gehört EuroEyes zu den größten selbständigen Klinikgruppen für Augen-Laser-Chirurgie in Deutschland“. Man spricht von rund 500.000 Euro, die das Unternehmen in das Hamburger Rennen investiert.

Diese Investitionen und Aktivitäten sind für die Chinesen aus Peking offensichtlich nur ein Anfang. In der letzten Pressemittteilung des chinesischen Mutterfirma Wanda heißt es: „Bis 2020 plant Wanda ein multinationales Unternehmen mit einem Vermögen von 200 Milliarden US Dollar, einem Börsenwert von 200 Milliarden US Dollar, Erträgen von 100 Milliarden US Dollar und Gewinnen von 10 Milliarden US Dollar zu werden.“

...und was macht der BDR?

Ach ja, zum Schluss noch eine Beobachtung. Der ehemalige Tagesschau Sprecher Mark Bator - Radsportfan, Selbstfahrer und Präsident des Hamburger Radsportverbandes - hat 2014 sein Sponsoring-Unternehmen TeamVision gegründet. Zitat:“ …die TeamVision mmc GmbH (ist) ein Unternehmen für Management und Marketing im Radsport. TeamVison betreut Radprofis wie Lisa Brennauer, Max Walscheid oder Gregor Mühlberger.“

Interessanter als das ist sicher dieser Hinweis, der sich bei den so genannten case studies des Unternehmens findet und der eigentlich viele hätte „vorwarnen“ können: „TeamVision has a marketing partnership with the French A.S.O. Group: a successful race organizer in international cycling and the rights holder of the Tour de France. TeamVision founder Marc Bator has an advisory mandate. He will be supporting the A.S.O.’s future activities on the German market in a long-term strategy. “ No further comment.

Vielleicht kommt ja auch der Bund Deutscher Radfahrer auf diese Weise ja endlich mal zu kapitalkräftigen Sponsoren. Auf den Internetseiten des Unternehmens ist zu lesen, dass der BDR dringend auf der Suche nach Sponsoren ist. Auch hier: no further comment, denn eigentlich hätte man auch in Frankfurt selbst mal feststellen können, das seit Jahren z.B. in Belgien ein Team mit dem sehr deutschen Schriftzug „Lidl“ fährt.

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