Von Cabo da Roca nach Wladiwostok - 16 000 km - Tagebuch

Eurasia-Challenge: Auf den Spuren der Tour de France

Von Jonas Deichmann

Foto zu dem Text "Eurasia-Challenge: Auf den Spuren der Tour de France"
| Foto: Jonas Deichmann

11.07.2017  |  Nicht in 80 Tagen um die Welt, sondern in 70 Tagen durch Europa und Asien: Der Münchner Ausdauer-Athlet Jonas Deichmann will als erster Mensch Europa und Asien in 70 Tagen mit dem Rad durchqueren.

Wenn ihm das gelingt, wird der 30jährige gleich zwei neue Guinness-Weltrekorde aufstellen: schnellste Radtour durch Europa, von Cabo da Roca nach Ufa, und die erste Durchquerung Eurasiens überhaupt - von Cabo da Roca nach Wladiwostok.

Los ging's am 2. Juli in Cabo da Roca, dem westlichsten Punkt Europas, auf seine 16 000 Kilometer lange Reise durch die größte zusammenhängende Landmasse der Welt. Jonas führt ein Tagebuch für radsport-news.com; hier das zweite Update. 

7. Juli: Ich bin bereits in Frankreich, und heute von Mont-de-Marsan gestartet. Es geht nun Richtung Zentral-Massiv. Zurzeit fahre ich einen großen Teil auf einer offiziellen Tour-de-France-Etappe, nur in entgegengesetzter Richtung.

Leider ist heute auch der erste Tag, an dem ich mich recht schwach fühle. Es läuft nicht so, wie ich es mir vorstelle: Es ist viel zu heiß, ich bekomme von der Hitze und dem starken Gegenwind höllische Kopfschmerzen. Da die Strecke derzeit sehr gerade verläuft, gibt es auch keine Möglichkeit zur Erholung. Ich kann nur hoffen, dass der Wind bald dreht, und ich richtig loslegen kann...

8. Juli: Frankreich ist ein richtig schönes Land, mit toller Landschaft und so - aber langsam raubt mir die Sonne doch die letzte Kraft: Heute waren es über 40 Grad. Über elf Liter Wasser habe ich getrunken, und weil nicht mal das ausgereicht hat, bin ich mitten in einer Stadt in einen Brunnen gesprungen, und habe mich so abgekühlt. Mein Schlafplatz war heute auf einem Bauernhof, gleich neben den Kühen. Immer wieder ein tolles Erlebnis.

9. Juli: Seit zwei Tagen habe ich zwar Rückenwind, dafür ist nun viel Regen dazugekommen. Die Straßen waren zum Teil überflutet. Aber ich fuhr wieder über 100 km auf der Tour-de-France-Strecke. Alle Städte und Dörfer sind geschmückt und mit Schildern versehen. Man kann die Vorfreude wirklich nicht übersehen.

Da ich heute erst gegen zwei in der Stadt ankam, hatte ich große Probleme, etwas zu essen zu finden: Am Sonntag machen die Geschäfte und Bäckereien gegen zwei Uhr zu. Somit musste ich mein Mittagessen wortwörtlich jagen: zwei Baguettes. Erst gegen Abend habe ich dann auch was Vernünftiges in einem Restaurant essen können.

10. Juli: Ich schaffe zur Zeit im Durchschnitt rund 250 km pro Tag. Bis München werden es wohl noch mehr, da die Strecke praktisch flach sein wird. Heute bin ich in Basel angekommen. Abends gab es einen frischen Pasta-Salat - und ein Wiedersehen mit meinem Vater.

Morgen gibt's ein kurzes Wiedersehen mit der Heimat: Zwischen 19 und 22 Uhr werde ich in Dachau ankommen, im Norden von München. Die genaue Uhrzeit weiß ich am Vormittag; wer dabei sein will: Näheres in Kürze.

Schöne Grüße
und bis später vielleicht,
euer Jonas

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